Madrid 2011

Weltjugendtag Madrid 2011

Weltjugendtag in Madrid: eine unvergessliche Reise

92 junge Leute nahmen mit der Salesianischen Jugendbewegung am Weltjugendtreffen (WJT) teil und erlebten in Spanien Tage voller Gastfreundschaft, Gemeinschaft und Freude. Auch die weltumspannende, lebendige Kirche war in besonderer Weise zu spüren. Ein kurzer Bericht über elf erfahrungsreiche Tage in Spanien.

Die Reise begann am 11. August am Flughafen Wien-Schwechat. Zeitig in der Früh verabschiedeten sich viele von ihren Eltern und stiegen ins Flugzeug nach Barcelona, wo wir nächsten vier Tage verbringen sollten. Untergebracht waren wir in einer Salesianerschule und erkundeten von dort ausgehend die Metropole am Mittelmeer: die Altstadt mit ihren gotischen Kirchen, der Hafen, das Nou-Camp-Stadion, Park Güell, die Benediktinerabtei Montserrat sowie die Berge Montjuïc und Tibidabo waren unsere Ziele in diesen Tagen. Wir nahmen auch an den Angeboten des WJT-Vorprogramms teil und tanzten mit 30 000 anderen Jugendlichen beim Gen-Rosso-Konzert und feierten einen Gottesdienst in der Sagrada Familia, wobei uns beim Betrachten dieses einzigartigen Bauwerks geradezu der Mund vor Bewunderung offen blieb. Diese Tage in Barcelona waren eine ideale Vorbereitung für das große Treffen in Madrid: es war genügend Zeit um sich untereinander kennenzulernen, Barcelona mit seinem Charme zu genießen und erste kulturübergreifende Erfahrungen im Gebet und internationalen Austausch zu sammeln.

Am 15. August brachen wir nach einem feierlichen Gottesdienst (wir feierten auch das 25-jährige Professjubiläum von P. Siegfried Kettner) in klimatisierten Reisebussen nach Madrid auf. Ins Schwitzen brachten uns nicht nur die heißen Temperaturen (bis zu 40 °C!), sondern auch so manche Unannehmlichkeit in der Organisation: keine deutschen Übersetzungen in den Pilgerrucksäcken und lange Suche nach Restaurants, die uns für unsere Essensbons eine Mahlzeit geben konnten.

Ab 17. August gab es an drei aufeinander folgenden Vormittagen die traditionellen Katechesen mit Bischöfen in den jeweiligen Sprachgruppen. Wir besuchen die Katechesen von Friedhelm Hofmann (Bischof in Würzburg) und den beiden Wiener Bischöfen, Kardinal Christoph Schönborn und Weihbischof Stephan Turnovszky. Etwas besonderes war die Katechese mit dem österreichischen Jugendbischof am Freitag, weil unsere Gruppe die Musik, Moderation und Messgestaltung vorbereitet hatte. Der Vormittag stand unter dem Thema „Zeugen für Christus in der Welt“ und in der 30-minütigen Katechese veranschaulichte der Bischof drei Kriterien auf einfache Weise anhand eines Baumes: die Wurzeln stehen für die persönliche Christusbeziehung, der Stamm für die Zugehörigkeit und Einheit mit der Kirche, die Baumkrone für die eigene Persönlichkeit, die es nach den jeweils geschenkten Talenten zu entfalten gilt. „Der Bischof hat sehr gut geredet und offen auf unsere Fragen geantwortet. Da höre ich sehr gerne zu!“, bestätigten danach mehrere Jugendliche unisono.

Ein Highlight war am Abend des 17. August das Don-Bosco-Fest, an dem 7000 Jugendliche aus der weltumspannenden Salesianischen Jugendbewegung teil. Es war ein heiteres Fest mit vielen künstlerischen Darbietungen und einem regen Austausch zwischen den Gruppen, denn auf dem Schulhof war wirklich die ganze Welt versammelt. Der Abend gipfelte dann in einem Gebetsteil mit anschließender Aussetzung des Allerheiligsten. Es trat Stille ein; eine wirkliche Stille, wie sie sonst für so große Massen unmöglich scheint; eine Stille des Gebets und des Hinhörens auf Jesus.

Höhepunkt des Weltjugendtreffens war das Wochenende in Cuatro Vientos, einem ehemaligen Flugfeld, auf dem alle Teilnehmer des Weltjugendtags Platz finden sollten. Auf dem Programm standen eine Gebetsvigil mit Papst Benedikt und am Sonntag die große Abschlussmesse und die Aussendung in die ganze Welt. Leider war dieser Tag des Pilgerns der heißeste des ganzen Sommers und da Organisatoren auf diese extremen Bedingungen schlecht vorbereitet waren (Platzmangel und nicht genügend Wasser), entschloss sich ein Teil unserer Gruppe wieder in die Unterkunft zurück zu fahren und von dort aus den Abschluss des Weltjugendtags mitzuverfolgen. Die anderen blieben in Cuatro Vientos und richteten sich ein Plätzchen für die Übernachtung unter freiem Himmel ein. Dass das Wetter das ganze Programm auf den Kopf stellen würde, konnte vorher niemand prognostizieren. Am Abend zogen dunkle Wolken auf und alle hofften, dass sie vorbeiziehen würden. Doch es kam anders, Blitze überzogen den Himmel und ein starker Regen ging über das Feld. Alle rauften sich zusammen, halfen sich gegenseitig und verharrten in der Hoffnung, dass es bald vorbei sein würde. Papst Benedikt, der selbst im Regen saß, setzte ein großes Zeichen und blieb bei den Jugendlichen. Und als es dann endlich aufhörte, nahm er den Regen als Anlass den jungen Leuten aus allen Kontinenten Mut zu machen: „Liebe Freunde, keine Widrigkeit möge euch lähmen. Habt keine Angst vor der Welt, noch vor der Zukunft oder vor eurer Schwachheit. Der Herr hat euch geschenkt, in diesem Augenblick der Geschichte zu leben, damit dank eures Glaubens sein Name weiter in der Welt erklingt.“ Der Regen in Cuatro Vientos veränderte die Atmosphäre wie auf einen Schlag: vorher die Unsicherheit mit der großen Hitze, dann einfach nur Dankbarkeit und große Freude, dass alles gut ausgegangen war. Diese Nacht wird allen, die dort waren in unvergesslicher Erinnerung bleiben!

Am Sonntag, den 21. August, feierte Papst Benedikt mit 700 Bischöfen, mehreren tausend Priestern und knapp zwei Millionen (!) Menschen die hl. Messen neuerlich bei Sonnenschein. Am Ende verkündete er den Ort des nächsten Weltjugendtreffens: Rio den Janeiro 2013.

Müde, aber vor allem erfüllt von den reichen Erfahrungen kehrte unsere Gruppe am 22. August nach Wien zurück. „Zu sehen, dass so viele Jugendliche an Gott glauben, das war schön und gibt mir Kraft.“, meinte eine 16-jährige Teilnehmerin, „In Rio de Janeiro möchte ich wieder dabei sein!“

26-minütige Dokumentation des Weltjugendtags in Madrid (von Missioni Don Bosco):

Chronik einer unvergesslichen Woche:

Madrid 2011

 

Statements von TeilnehmerInnen:

Was mich am Weltjugendtag in Madrid am meisten bewegt hat, war nichts Großes, Spektakuläres. Beim Anstellen zum Duschen, beim U-Bahn fahren, beim Gehen und vor dem Einschlafen schlitterten wir immer wieder in unglaublich tiefgehende (Glaubens- und Lebens-) Gespräche, die mich noch lange prägen werden und an die ich mich immer wieder gerne erinnern werde. (Magdalena, 23)

Der wohl beeindruckendste Moment war der Anblick der 2 Millionen Menschen die mit uns zu den "Cuatro Vientos" gepilgert sind. Doch das schönste an diesem Weltjugendtag war die großartige Stimmung unter den Pilgern und dass ich viele nette Leute aus der ganzen Welt kennen gelernt habe. (Daniel, 19)

Für mich war jede heilige Messe die wir in Spanien gemeinsam gefeiert haben ein Highlight. Egal ob mit tausenden Jugendlichen vor traumhafter Kulisse in der Sagrada Familia oder im kleinen Kreis im Freien mit selbstgebasteltem Altar - im Endeffekt war jeder Gottesdienst ein schönes Erlebnis von Gemeinschaft. Es war toll zu sehen, wie zuerst voller Freude lautstark gesungen wurde und im nächsten Augenblick plötzlich alle still und nachdenklich ihre Anliegen vor Gott brachten. In diesen Momenten konnte ich ganz deutlich spüren, dass Jesus gerade unter uns war! (Karin, 18)

Beim SJB-Fest in Atocha hat einfach ALLES zusammengepasst für einen absolut genialen Tag der Freude, Begegnung, der Vielfalt und der salesianischen Verbundenheit. (Lisi, 23)

Mein Highlight war sicher die Vigil am Flugplatz mit Sturm und der Wahnsinnsstimmung die einfach voll Hoffnung war. Es war wirklich ein Fest des Glaubens. (Stefan, 21)

 

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