Don Bosco: "Alles für die Jugend!"

Don Bosco mit Kindern (Originalfoto 1861)

Mit einem heutigen Begriff müsste man Don Bosco als „Streetworker“ bezeichnen. Zu seinen Lebzeiten (1815-1888) gab es diese Berufsbezeichnung natürlich noch nicht. Aber er war noch sehr viel mehr: als Jugendlicher ein Zauber- und Trapezkünstler, Anführer und Werkstudent. Als Priester rund um die Uhr für die jungen Menschen da, die seine Hilfe brauchten. Für sie hat er seine ganze Energie aufgewendet: „Bis zum letzten Atemzug will ich für euch da sein“. Und schließlich Vorbild und Heiliger.

Die Kindheit

Giovanni Bosco wurde am 16. August 1815 in Becchi, in der Gemeinde Castelnuovo d’Asti nahe bei Turin in Italien geboren. Er stammte aus einer tiefreligiösen Bauernfamilie. Als Giovanni zwei Jahre alt war, starb sein Vater an einer Lungenentzündung. Aus diesem Grund musste er schon als Kind wichtige familiäre Aufgaben übernehmen, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu sichern. Diese Aufgabe teilte er mit seinen beiden älteren Brüdern Antonio und Giuseppe.

Schon bald zeigte sich seine besondere Fähigkeit im Umgang mit anderen jungen Menschen. Von Akrobaten und Zauberkünstlern, die er auf diversen Jahrmärkten genau beobachtete, lernte er viele Kunststücke. Mit diesen faszinierte er die Jugendlichen und gewann sie so für das Gute. Unter anderem konnte er sie auf diesem Weg für den Glauben und für den Besuch der Gottesdienste begeistern. Da Giovanni auf diesem Gebiet sehr begabt war, konnte er seinen jungen Freunden ein sehr vielfältiges Repertoire bieten - er hatte Kunststücke als Seiltänzer, Zauberkünstler und Jongleur auf Lager.

Große Unterstützung bekam er von seiner Mutter Margaretha. Sie legte durch ihr Beispiel die Grundlage für seine Berufung zum Erzieher und Priester.

Als Neunjähriger hatte er einen Traum, den er später seinen „Berufungstraum“ nannte. Inmitten einer Gruppe von raufenden und fluchenden Buben versuchte er mit Gewalt Ordnung zu schaffen. Plötzlich stand ein Mann - Jesus - neben ihm und sagte: „Nicht mit Schlägen, sondern mit Güte und Liebe wirst du sie zu Freunden gewinnen.“

Schule und Studium

Seinen ersten Unterricht erhält Giovanni von einem alten Pfarrer aus dem Nachbarort, den er wie einen Vater verehrt. Als diese Bezugsperson unerwartet stirbt, schickt ihn seine Mutter zum weiteren Schulbesuch nach Castelnuovo. Da er einige Jahre älter ist als seine Klassenkollegen, wurde er eine Zeit lang von ihnen nicht akzeptiert. Aufgrund seiner Intelligenz und seines gewinnenden Charakters wurde er bald der „Anführer“ der Jugendlichen.

Nach Beendigung der Grundschule besuchte er ab 1831 das Gymnasium in Chieri, einer kleinen Stadt zwischen Becchi und Turin. Während dieser Zeit lebte er bei Bekannten, Geld fürs Essen und fürs Zimmer musste Giovanni selbst verschaffen. Er bestritt seinen Lebensunterhalt durch die Arbeit in verschieden Werkstätten. So lernte er nach und nach verschiedene Handwerke kennen: Schneider, Schuster, Tischler, Schmied, Konditor,...

Trotz dieser schwierigen Geldbeschaffung vergaß der Sechzehnjährige nicht auf die Schule. Wegen seiner Intelligenz konnte er Klassen überspringen und absolvierte darum das Gymnasium in nur vier Jahren.

Genauso unbeirrt verfolgte er sein Ziel Priester zu werden. Im Jahre 1835 begann Giovanni in Chieri Theologie zu studieren. Da sich um ihn viele Gleichaltrige, aber auch Jüngere scharten, gründete er in diesen Jahren den „Klub der Fröhlichen“. Er organisierte Ausflüge und Spiele, Gruppenstunden und Hilfsaktionen. Der „Klub Fröhlichen“ wurde auf nur zwei Satzungen gegründet: 1. In Fröhlichkeit sich überall als Christ benehmen! 2. Für Schule und Kirche stets seine Pflicht erfüllen!

Seine Tätigkeit als Priester

In einer schlichten Feier, am 5. Juni 1841, empfängt er in Turin die Priesterweihe. Dies bedeutet, dass aus Giovanni Bosco nun Don Bosco wird.

Als Priester widmete er sich vor allem der Erziehung von Jugendlichen, die vom Land in die Stadt Turin gekommen und dort sozial entwurzelt, arbeitslos oder straffällig geworden waren. Für diese jungen Menschen gründete er Wohnheime und Werkstätten. Später folgten auch Schulen. So sorgte er sich um die schulische, berufliche und sittlich-religiöse Bildung der jungen Menschen.

Für das immense Arbeitspensum, das seine vielfältige Tätigkeit im Dienste der Jugend erforderte, suchte er Mitarbeiter. 1859 gründete er die Ordensgemeinschaft der Salesianer, heute: Salesianer Don Boscos. Da er sich den damaligen Zeitverhältnissen entsprechend nur um männliche Jugendliche kümmerte, schuf er mit Maria Mazzarello die weibliche Gemeinschaft der „Töchter Mariä, Hilfe der Christen“, heute: Don-Bosco-Schwestern. Um auch Laien in sein Werk einzubeziehen, kam es 1870 zur Gründung der „Vereinigung der Salesianischen Mitarbeiter“.

Damit er seinem Werk, das sich mittlerweile über die Grenzen Italiens verbreitete, auch die nötige staatliche und kirchliche Anerkennung verschaffte, unternahm er viele Reisen nach Rom und in das benachbarte Ausland.

Don Bosco war auch als Schriftsteller tätig. Neben einer Unzahl von Briefen verfasste er verschiedene Schulbücher und gab einige Zeitschriften und jugendgemäße Unterhaltungsliteratur heraus. Um seine Ideen bekannt zu machen, kam es seit 1877 zur Herausgabe der „Salesianischen Nachrichten“. Auf päpstlichen Wunsch schrieb er seine autobiographischen „Erinnerungen“, die heute eine reiche Quelle für das Studium seines Lebens und Wirkens darstellen.

Krank und aufgezehrt durch seinen rastlosen Einsatz starb Don Giovanni Bosco am 31. Jänner 1888 im Oratorium von Valdocco, seiner ersten Gründung. Am 1. April 1934 wurde er, der Jugendapostel Turins, heiliggesprochen.

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